Neuigkeiten

LeerGut-Agenten vorgestellt

Unter den aktuell 46 LeerGut-Agenten gehörte Martin Dittmann zu denen der ersten Stunde. Als freier Architekt unterstützte er bislang die LeerGutschein-Empfängerinnen Maike vom Kreativkonsum Kriebitzsch und unlängst Louise in Niederarnsdorf. Sein persönliches LeerGut hat er in Kapellendorf zwischen Jena und Weimar gefunden, wo er zusammen mit Frau und Sohn die alte Mühle denkmalgerecht zu neuem Leben erweckt.

Noch mehr LeerGut-Agenten kennenlernen

Bild: 2023-03/1680185305_martindittmann.jpg

Was macht eigentlich...

Fast zwei Jahre ist es her, dass Martin Dittmann nach Kriebitzsch fuhr, um Konsum- und LeerGut-Schein-Bbesitzerin Maike mit einer Erstberatung zu unterstützen. So, wie auf dem Bild, sieht er längst nicht mehr aus, denn er steckt mitten in der Mauser vom LeerGut zu voll gut. 

Seit Februar 2022 ist sein 1. OG die neue Heimat von Maike und ihrer Familie. Zudem gehört Maike mit ihrem Projekt als einzige Thüringerin unter 23 Preisträger:innen zu den Neulandgewinnern der 6. Runde! Bis der künftige Kreativkonsum Kriebitzsch jedoch im EG eröffnen kann, um Nahversorgung für Kopf, Herz und Bauch zu bieten, gibt es aber noch mehr als genug zu tun.

Mehr erfahren!

Bild: 2023-03/front.jpg

Erster LeerGut-Schein 2023 geht nach Niederarnsdorf

Auch 2023 wollen wir Initiativen und Privatpersonen, die sich einem LeerGut annehmen, mit LeerGut-Scheinen und der damit verbundenen Beratung in Phase Null unterstützen. Der erste LeerGut-Schein des Jahres geht nach Niederarnsdorf ins Altenburger Land an Louise Walleneit. Die Künstlerin möchte einen alten Vier-Seithof in einen Kunsthof verwandeln. 

Im Mai 2022 war Baubeginn für das Vorhaben der  Instandsetzung eines denkmalgeschützten Vier – Seitenhofes im Altenburger Land von 1809, welcher seit 20 Jahren leer stand und bereits dem Verfall preisgegeben war. Doch dann entdeckte Louise Walleneit das Kleinod für sich und setzt nun alles daran, das LeerGut in den Kunsthof NIA zu verwandeln.

Zunächst entsteht im Wohngebäude ein Salon als Ort für Begegnung, Austausch und kleinere Veranstaltungen. Im ehemaligen Kuhstall plant Louise Walleneit ein Galerie-Café, in der bisherigen Scheune offene Ateliers für Arbeitsaufenthalte und Formate der kulturellen Bildung. Nach und nach sollen Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten für Gäste aus Kunst, Kultur und Tourismus sowie Räume für Kinderbetreuung folgen. 

Künstler:innen der Sparten Bildende Kunst und  Künstlerische Forschung wird bereits seit 2022 ein Residenzprogramm ermöglicht, vor Ort fokussiert und in ländlicher Ruhe zu arbeiten. Sie stehen im interdisziplinären Diskurs mit Kolleg:innen und flankierenden Veranstaltungen zu jährlichen Themenschwerpunkten.  

Fertiggestellte Arbeiten aus dem Residenzprogramm werden im Rahmen von Veranstaltungen präsentiert. Ein Skulpturengarten ist geplant. Auch freie Arbeitsaufenthalte sollen möglich sein. Kinderbetreuung erleichtert das Arbeiten für Kulturschaffende mit Familie. Dank des LeerGut-Scheins besuchten unsere LeerGut-Agenten Martin Dittmann und Klaus Schotte die Hofherrin für eine Erstberatung und erleichterten ihr damit - hoffentlich - den Start dieses Mammutprojekts. Wir wünschen ihr bestes Gelingen!

Bild: 2023-03/nia.jpg

Netzwerktreffen der Immovielien in Apolda

Am 12.05.23 und 13.05.23 heißen wir, gemeinsam mit der IBA Thüringen, dem Quartiere für alle e.V. und dem Plattform e.V. das bundesweite Netzwerk der Immovielien in Thüringen willkommen. 

Anlässlich des Abschlussjahres der IBA Thüringen in 2023 behandelt das Netzwerktreffen die Themen StadtLand, Bauen im Bestand und Boden als Gemeingut. Das sind genau unsere Themen. Daher liegt es aus unserer Sicht total nah, dieses Netzwerktreffen zu nutzen um weiter zusammenzurücken und neue Forderungen in Bezug auf eine gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklungen zu feiern. 

Das Netzwerktreffen der Immovielien findet in der Open Factory in Apolda statt. Die Veranstaltung richtet sich an Mitglieder des Vereins. Wer noch kein Mitglied ist, kann es unter www.netzwerk-immovielien.de auf jeden Fall noch werden. 

Bild: 2023-01/grafik.png

Tranferveranstaltung " Leerstand als Chance nutzen - gemeinsam Lösungsansätze entwickeln"

Die Veranstaltung stand diesmal unter dem Thema „Leerstand als Chance – Gemeinsame Lösungsansätze entwickeln“. „Es braucht Mut, Kreativität und Innovation und den akteursübergreifenden Austausch auf allen Ebenen, um baufällige innerstädtische Bestandsimmobilien oder die häufiger anzutreffenden Gebäudeleerstände zu beleben. Dafür bedarf es neben den in den Kommunen verankerten Aufgaben zur Leerstandsbehebung auch außerordentliches bürgerschaftliches Engagement und Kreativität, um lebenswerte Orte in Thüringen zu gestalten“, so Thüringens Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij.

Neben Akteur:innen der Kommunal- und Landesverwaltung waren Berater:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft eingeladen, um in Zukunftswerkstätten gemeinsam an Fallbeispielen – etwa aus Sömmerda, Erfurt-Stotternheim, Arnstadt, Suhl, Saalfeld und Apolda – zu arbeiten. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig Leerstand ausfallen kann.

Gleichzeitig wurden neue Ideen und künftige Schritte konstatiert. Koproduktionen in der Stadtentwicklung und der Leerstandsaktivierung wurde in diesem gemeinsamen Arbeitsprozess erlebbar gemacht. Line Bernstein vom Verein Quartiere für Alle e.V. sagte: „Die Transferveranstaltung hat als innovativer und kreativer Prozessvorschlag im Umgang mit Leerstand gezeigt, dass Projektinitiativen und Akteur:innen der Verwaltung einander wertvolle Partner*innen in der Lösung von Krisen sein können.“ „Der gemeinsame Vorbereitungsprozess der Transferveranstaltung und die Zukunftswerkstatt als experimentelles Format haben Koproduktion sichtbar und erlebbar gemacht. Wir konnten so einen weiteren Beitrag zur gemeinwohlorientierten Immobilienentwicklung leisten und gemeinsam nach nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösungsansätzen zu suchen“, sagte Katrin Hitziggrad von den LeerGut-Agenten.

Foto: Thomas Müller

Bild: 2023-01/tmue20221129a090.jpg

LeerGut-Agenten zur Kulturhanse-Konferenz in Erfurt

Im Zughafen in Erfurt stach am 18.11.22 die Kulturhanse in See, um nach fünf Projektjahren Zwischenbilanz zu ziehen, zu feiern, zu inspirieren, zu denken und zu diskutieren. Wir waren neben weiteren RAUMPIONIEREN, alte und neue KULTURHANSEAT*INNEN, FORSCHER*INNEN und MACHER*INNEN, FÖRDERNDE und ENTSCHEIDER*INNEN eingeladen, über gesellschaftlichen Wandel vor Ort zu sprechen und zu überlegen, wie dieser zukunftsfähig gestaltet werden kann. 
 

Es war eine tolle Konferenz und sie fühlte sich wie ein großes Familientreffen an. Zahlreiche Akteur:innen haben das Publikum zum staunen gebracht u.a. darüber, wie es einem gemeinnützigen Verein gelang, IN 6 MONATEN 2 MIO. EURO zu akquirieren, um die alte MÜNZBANK in Weimar zu KAUFEN. Wie eine ganze Stadt wie Altenburg für STADTENTWICKLUNG BEGEISTERT. Wie ZURÜCKGEKOMMENE in Zeitz erst ein Kloster und dann die leerstehende Stadtbibliothek in lebendige Orte für Kultur- und Kreativschaffende verwandelt haben. Wie ein Transporter voller GESELLSCHAFTSSPIELE EINGESCHLAFENE ORTSKERNE weckt. Es wurde auch darüber diskutiert, wie nachhaltige Finanzierungsstrategien und DASEINSVORSORGE durch die lokale ZIVILGESELLSCHAFT organisiert werden kann.

Die Kulturhanse ist eine Gemeinschaft gemeinwohlorientierter Gründungslabore in Land und Stadt. Sie unterstützen durch Peer-Beratung, Qualifizierungsangebote und Austauschformate uns und alle, die selbst ein 2 eigenes Labor aufbauen wollen. Für neue Perspektiven vor Ort, starke Gemeinschaften und faire, nachhaltige Arbeit. Ein Programm des Erfurter Plattform e.V., unterstützt durch die Schweizer Drosos Stiftung.

Foto by: Philipp Hort

Bild: 2023-01/dscf2294-by-philipp-hort.jpg

3.Transferveranstaltung "Leerstand als Chance" - Zusammen denken, gemeinsam handeln

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, die LeerGut-Agenten der IBA Thüringen sowie der Quartiere für alle e. V. laden Vertreter:innen aus Städten und Gemeinden herzlich zur dritten Transferveranstaltung am 29. November 2022 von 09:30 Uhr bis 19:00 Uhr nach Apolda ein.

Leerstand als Chance

 

Gegen Leerstand gibt es kein Patentrezept. Austausch und Vernetzung über Fach- und Stadtgrenzen hinweg, gegenseitige Anregung und Unterstützung aus verschiedenen Perspektiven sind erfahrungsgemäß die besten Mittel für die Thüringer Kommunen und Aktive, die Leerstand als Chance und Ressource begreifen und dazu neue Nutzungen und Verfahren suchen. Diesmal laden mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, dem Quartiere für alle e.V. und den LeerGut-Agenten als Projekt der IBA Thüringen gleich drei Veranstalter:innen zu einer Zukunftswerkstatt nach Apolda ein. 

 

Im Mittelpunkt stehen die konkreten Anliegen, Projekte und Erfahrungen der Teilnehmenden. In kleinen, gemischten Gruppen geben Kolleg:innen aus Planung und Verwaltung, Projektinitiativen und Berater:innen einander Feedback und entwickeln gemeinsam Ideen und Lösungswege. So können alle Teilnehmenden aus der Arbeit an eigenen und fremden Projekten mit bereichernden Eindrücken und konkreten Kontaktdaten in ihr Arbeitsumfeld zurückkehren. 

 

Wenn ihr dazu nach Apolda kommen wollt, seid ihr richtig! Anmeldung gerne bis zum 24.11.22 unter https://stadtentwicklung-thueringen.de/transferveranstaltung-apolda). Innerhalb der Zukunftswerkstatt wird es Raum zur Vorstellung und Bearbeitung ausgewählter Beispiele geben. Ein Stadtspaziergang und ein informeller Abend, in der Kulturfabrik Apolda, erweitern diese gute Gelegenheit, sich in Thüringen akteursübergreifend zu Stadtentwicklung und Aktivierung von Leerstand zu verständigen.

Bei den diesjährigen Veranstaltungen in Zella-Mehlis und Eisenberg wurde deutlich, dass er persönliche Austausch vor Ort unersetzlich ist. Deshalb möchten wir uns auch diesmal gern im Präsenzformat treffen und appellieren dazu Verantwortung für sich und andere in Bezug auf Symptomfreiheit, Coronatest, Maske, Abstand und Handhygiene zu übernehmen. 

Bild: 2022-11/bild-transferveranstaltung.png

Rückblick 12. Netzwerktreffen im Rodachtal

Zu Besuch in Ummerstadt im schönen Rodachtal empfingen uns Christine Bardin vom Arbeitskreis Historische Bausubstanz und Regionalmanager Philipp Ruhstorfer von der Initiative Rodachtal. Sie stellten uns mit dem „Markt 33“ ein Gebäude vor, dass die Stadt 2012 erwarb, um das alte Fachwerkhaus im nächsten Schritt ökologisch und nachhaltig in alter Bautradition zu sanieren. Im Zuge dessen wurde ein zwischenzeitlich zugemauertes Schaufenster der ehemaligen Bäckerei wieder geöffnet. Statt Brot und Brötchen zu backen, wird im jetzigen Kompetenzzentrum Bauen an einem Netzwerk zu Bauen (im Bestand) gewebt.

Zudem finden regelmäßig Fachveranstaltungen für Fans alter Bausubstanz statt. Besonders beliebt: Die Lehmbauseminare, für die perspektivisch mehr Raum geschaffen werden soll. Bauherrengespräche, das Treffen der Arbeitsgruppe der Baulotsen oder eine Baustoffbörse erfreuen sich ebenfalls wachsender Beliebtheit. Zudem hat die Geschäftsstelle der Initiative Rodachtal im Markt 33 ihren Sitz, die laut Philipp Ruhstorfer „zu einer wichtigen Anlaufstelle für Bürgerinnen, Kauf- und Sanierungswillige aus der Region“ geworden ist. Kunstprojekte, Ausstellungen oder "Lesungen im Leerstand" ziehen auch Menschen an, die bisher wenig Berührungspunkte mit der Thematik hatten. Mit dem positiven Ergebnis, dass in den letzten Jahren viele Leerstände in Ummerstadt und Umgebung neue Eigentümer fanden.

Teil des Kompetenzzentrums ist auch ein Fahrradhotel mit zwei Schlafzimmern und Küche, wo Radreisende in historischem Ambiente einen Zwischenstopp einlegen und dabei ganz leicht in Kontakt mit Einheimischen kommen können, denn der Innenhof wird gemeinschaftlich auch von der Nachbarschaft genutzt.

Bild: 2022-11/kompetenzzentrum-rodachtal.jpg